Apples Designrichtung ist fraglich, da Cooks wahrscheinlicher Nachfolger in den Ruhestand geht
Die Ankündigung von Apple am 9. Juli, dass Jeff Williams, der langjährige Chief Operating Officer und weithin als potenzieller Nachfolger von CEO Tim Cook angesehen wird, zurücktreten wird, hat erhebliche Auswirkungen. Williams, der 1998 zu Apple kam, überwachte die Lieferketten für ikonische Produkte wie den iPod, das iPhone und die Apple Watch und spielte eine entscheidende Rolle beim Ausbau der Gesundheitsinitiativen von Apple. Sein Abgang wirft Fragen über die zukünftige Ausrichtung der Designphilosophie von Apple auf.
Nach dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 übernahm Williams die Leitung des Designteams. Dieser Übergang fiel jedoch mit einer Zeit wahrgenommener Instabilität und Designkontroversen bei Apple zusammen, die sich sowohl auf das Industrie- als auch auf das Softwaredesign auswirkte.
Die Kernfrage lautet: Was passiert mit Apples Design? Laut Apples Ankündigung wird Sabih Khan das Apple-Designteam und das Apple-Watch-Geschäft nicht übernehmen, sondern weiterhin von Jeff Williams betreut werden. Das Apple-Designteam wird Cook direkt unterstellt sein, nachdem Williams offiziell in den Ruhestand geht.
Da es keinen echten Marktführer gibt, verliert Apple Design die Richtung
Im neuesten iOS 26 Beta 3 hat Apple die „Liquid Glass“-Oberfläche subtil angepasst und sich für einen verschwommeneren und stärkeren „Milchglas“-Effekt entschieden. Diese Änderung, wenn auch unangekündigt, signalisiert einen möglichen Rückzug aus Apples ehrgeizigem Experiment zur visuellen Sprache.
Das auf der WWDC vorgestellte „Liquid Glass“-Design zielte darauf ab, durch Umgebungskartierung und transparente Texturen eine einheitliche, skeuomorphe Ästhetik zu schaffen. Die Praktikabilität wurde jedoch schnell diskutiert, wobei Bedenken hinsichtlich der Lesbarkeit und der Klarheit der Benutzeroberfläche geäußert wurden. Die Beta-3-Anpassung deutet darauf hin, dass Apple der Stabilität Vorrang vor radikalen Designänderungen einräumt.
Seit dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 erlebt das Designteam von Apple Turbulenzen. Evans Hankey, Ives Nachfolger, behielt die Designkontinuität bei, sorgte jedoch für keine größeren Durchbrüche. Ihre kurze Amtszeit und das daraus resultierende Führungsvakuum destabilisierten das Team zusätzlich. Während Molly Anderson zur Leiterin des Industriedesigns befördert wurde, fehlt ihr der SVP-Titel und die Befugnis, die Designrichtung vollständig zu steuern.
Es besteht die weit verbreitete Meinung, dass die Designabteilung von Apple nach der Übernahme des Designs durch Jeff Williams eher zu einer „Ausführungsabteilung“ als zu einer „Kreativabteilung“ geworden sei. Ohne die starke ästhetische und philosophische Führung von Jony Ive scheint das Designteam von Apple zu einem Rädchen im Rad des Lieferkettenrhythmus und der betrieblichen Effizienz geworden zu sein, kontrollierbar und quantifizierbar zu werden, aber allmählich seine „Seele“ zu verlieren.

Während Apple angibt, dass das Designteam nach Williams‘ Rücktritt Cook unterstellt sein wird, handelt es sich dabei möglicherweise um eine vorübergehende Vereinbarung. Cooks Stärken liegen im Supply Chain Management und im Betrieb, nicht im Produktdesign. John Ternus, Senior Vice President of Hardware Engineering, ist ein wahrscheinlicherer Kandidat, der das zukünftige Produktdesign beeinflussen wird. Er übernimmt nach und nach die Hardware-Entwicklung wichtiger Produkte wie iPhone, iPad, Mac und AirPods und ist einer der wichtigsten Produktsteuerer von Apple.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Apples Designrichtung mit Unsicherheiten konfrontiert ist. Das Engagement des Unternehmens für Stabilität ist verständlich, aber die Ära bahnbrechender Designs, die an den iMac und die frühen iPhones erinnern, scheint in weiter Ferne zu liegen. Da Apples Designteam an einem Scheideweg steht, bleibt abzuwarten, ob es seinen konservativen Ansatz fortsetzt oder seine Leidenschaft für innovatives Design wiederentdeckt.