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Apples faltbares iPhone: Ein iPad im geöffneten Zustand, ein iPhone im geschlossenen Zustand, aber mit Kompromissen

Während sich der Staub von Apples Frühjahrsveranstaltung legt, verdichten sich die Gerüchte über die iPhone-Reihe im Herbst, wobei das faltbare iPhone im Mittelpunkt steht. Es wird spekuliert, dass dieses Gerät den Namen „iPhone Ultra“ tragen wird. Es wird erwartet, dass es über ein breites Faltdesign, ein faltenfreies Display und einen Preis von bis zu 2.000 US-Dollar verfügt. Jüngsten Berichten zufolge soll das Gerät im aufgeklappten Zustand wie ein kleines iPad funktionieren.

 

 

Apple hat in der Vergangenheit gezögert, in den Markt für faltbare Geräte einzusteigen, was vor allem auf zwei große Bedenken zurückzuführen ist: zu schmale Innenbildschirme und zu markante Displayfalten. Um das erste Problem zu lösen, entwickelt Apple Berichten zufolge ein Gerät mit einem breiteren Seitenverhältnis. Das faltbare iPhone wird voraussichtlich über einen 5,5-Zoll-Außenbildschirm und einen 7,8-Zoll-Innenbildschirm mit einem Seitenverhältnis von etwa 1,4:1 verfügen. Dieser Formfaktor ähnelt eher dem Google Pixel Fold oder OPPO Find N2 und sorgt für ein Benutzererlebnis, das im vollständig geöffneten Zustand stark an ein iPad mini erinnert, ein starker Kontrast zu den hohen, schmalen Designs von Konkurrenten wie Samsung.

Um diesen neuen Formfaktor funktionsfähig zu machen, nimmt Apple Berichten zufolge erhebliche Änderungen an iOS vor. Der Plan besteht darin, eine Seitenleiste am linken Bildschirmrand einzuführen und die iOS-Oberfläche so anzupassen, dass sie eher dem Querformat des iPad ähnelt. Damit erhält das iPhone endlich auch eine echte Split-Screen-Multitasking-Funktion, die es standardmäßig ermöglicht, zwei Apps nebeneinander auf dem breiten Innendisplay auszuführen. Quellen weisen jedoch darauf hin, dass auf dem Gerät keine Vollversion von iPadOS ausgeführt wird, was bedeutet, dass es keine nativen iPad-Apps oder komplexes Fenster-Multitasking unterstützt. Ziel ist es, iOS mit iPad-ähnlichen Funktionen zu erweitern und gleichzeitig die beiden Betriebssysteme voneinander zu unterscheiden.

 

 

Die zweite große Hürde für Apple ist die Bildschirmfalte. Während viele Benutzer bestehender faltbarer Telefone berichten, dass die Falte während des Gebrauchs nicht mehr auffällt, handelt es sich um einen optischen Mangel, den ein designorientiertes Unternehmen wie Apple gerne beseitigen möchte. Um ein „faltenfreies“ Display zu erreichen, arbeitet Apple mit Samsung an einer neuen In-Cell-Touch-Lösung, eine Abkehr von Samsungs eigener Y-OCTA-Technologie. Diese Innovation integriert den Berührungssensor direkt in die lichtemittierenden Pixel und reduziert so die Dicke des Bildschirms deutlich. Ein dünnerer Bildschirm erfährt beim Biegen weniger Belastung, was wiederum die Faltenbildung minimiert und die Haltbarkeit verbessert.

Trotz dieser Innovationen hat das Streben nach einem ultradünnen Design zu mehreren Kompromissen geführt. Gerüchten zufolge soll das faltbare iPhone im aufgeklappten Zustand nur 4,5 mm dick sein, was sogar dünner ist als ein aktuelles iPad Air. Um dies zu erreichen, wird Apple Berichten zufolge Face ID zugunsten eines Touch ID-Sensors opfern, der in den seitlichen Netzschalter integriert ist. Folglich wird auch die Dynamic Island entfernt und durch eine einfache Hole-Punch-Kamera sowohl auf dem inneren als auch auf dem äußeren Bildschirm ersetzt. Während die Technologie der Under-Display-Kamera getestet wurde, wurde sie letztendlich aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Bildqualität abgelehnt.

 

 

Die Kompromisse erstrecken sich auf das Kamerasystem und die Konnektivität. Es wird erwartet, dass das faltbare iPhone über eine Kamera weniger verfügt als die aktuellen Pro-Modelle, wobei das platzraubende Teleobjektiv wahrscheinlich der Kandidat für die Entfernung ist. Es wird erwartet, dass das Dual-Kamera-Setup dem Design der jüngsten iPhone Air-Konzepte ähnelt. Darüber hinaus wird erwartet, dass der physische SIM-Kartensteckplatz vollständig eliminiert wird, was das Gerät in Richtung einer vollständigen reinen eSIM-Konfiguration treibt. Intern wird erwartet, dass es die seit langem entwickelten C2-Basisband- und N1-Kommunikationschips von Apple beherbergen wird.

 

 

Diese Kompromisse, gepaart mit den hohen Kosten, lassen Zweifel daran aufkommen, ob das Gerät dem Spitznamen „Ultra“ wirklich gerecht werden kann. Analysten schätzen, dass die Stückliste (BOM) bis zu 800 US-Dollar betragen könnte, was weit über den Kosten von 400 bis 500 US-Dollar für Standard-iPhones liegt, was den angeblichen Verkaufspreis von 2.000 US-Dollar rechtfertigt. Dieses teure neue Produkt steht unter enormem Druck, einen neuen Wachstumspfad für das Unternehmen zu schaffen. Während die Strategie von Apple oft darin bestand, spät in den Markt einzusteigen, es aber „richtig zu machen“, ist der faltbare Bereich bereits ausgereift. Konkurrenten verfeinern seit Jahren Bildschirmmaterialien, Scharniere und Gewicht.

Sieben Jahre nach der Einführung des ersten faltbaren Telefons durch Samsung scheint Apples Einstieg eher ein Aufholprozess als eine Innovation zu sein. Die entscheidende Frage bleibt: Können in einem Markt, in dem Neuheiten verblasst sind, ein flacherer Bildschirm und ein angepasstes Betriebssystem ausreichen, damit dieses faltbare iPhone den revolutionären Erfolg früherer Modelle wie dem iPhone 6 Plus wiederholen kann?

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