Apples Rekordgewinne können nicht über eine unvermeidliche Preiserhöhung für das iPhone 18 hinwegtäuschen
Apple hat mit einem spektakulären Finanzbericht für das vierte Quartal 2025 erneut seine Marktdominanz unter Beweis gestellt. Das Unternehmen gab einen rekordverdächtigen Umsatz von 143,756 Milliarden US-Dollar bekannt, was einer Steigerung von 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Nettogewinn stieg um ebenfalls 16 % auf 42,097 Milliarden US-Dollar, während die Bruttomarge beispiellose 48,2 % erreichte. Die treibende Kraft hinter diesem Erfolg war, wenig überraschend, das iPhone.

Der iPhone-Verkaufsumsatz stieg im Jahresvergleich um beeindruckende 23 % auf 85,27 Milliarden US-Dollar und übertraf damit alle Erwartungen. Obwohl Apple keine Stückzahlen bekannt gibt, gehen Schätzungen davon aus, dass seit der Markteinführung des neuesten Modells täglich fast eine Million iPhones verkauft wurden. CEO Tim Cook bezeichnete die Leistung als „fantastisch“ und „außergewöhnlich“ und verwies auf eine rekordverdächtige Nachfrage in allen geografischen Segmenten. Die Region Greater China erlebte einen bemerkenswerten Aufschwung: Der Umsatz stieg um 38 % auf 25,526 Milliarden US-Dollar. Die Gesamtzahl der aktiven iPhones weltweit hat mittlerweile mit 2,5 Milliarden ein Allzeithoch erreicht.

Trotz dieser herausragenden Leistung droht eine große Herausforderung: die steigenden Kosten für Speicherkomponenten. Diese Sorge dämpfte den Marktoptimismus und führte zu einem leichten Anstieg des Aktienkurses von Apple um 0,72 %. Die Branche beobachtet genau, wie Apple seine Gewinnmargen angesichts dieses Inflationsdrucks schützen wird, insbesondere nachdem die Aktie vor dem Bericht acht Wochen in Folge einen Rückgang erlebt hatte.

Das Hauptproblem ergibt sich aus den Verhandlungen über die Preise für LPDDR-Speicher. Apple ist von halbjährlichen zu vierteljährlichen Verhandlungen übergegangen, und Berichte von ZDNET Korea deuten darauf hin, dass Anbieter wie Samsung Electronics und SK Hynix auf erhebliche Preiserhöhungen für iPhone-Speicher drängen, wobei die Steigerungen möglicherweise bis zu 100 % betragen können. Analyst Ming-Chi Kuo schlug vor, dass Apples Strategie für die kommende iPhone 18-Serie darin besteht, eine Preiserhöhung zumindest für die Einstiegsmodelle nach Möglichkeit zu vermeiden, um Marktanteile zu halten.
Als Tim Cook während der Telefonkonferenz zu möglichen Preiserhöhungen befragt wurde, blieb er unverbindlich und erklärte, er wolle nicht spekulieren. Er räumte jedoch ein, dass Apple derzeit auf der Suche nach Zulieferern sei, um die Nachfrage zu decken, und mit Lieferengpässen konfrontiert sei. Während der Einfluss der Speicherpreise im letzten Quartal minimal war, wird erwartet, dass er deutlicher wird. Der Konsens besteht darin, dass eine Preiserhöhung für das iPhone 18 sehr wahrscheinlich ist. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass der Startpreis unverändert bleibt, Modelle mit mehr Speicher jedoch teurer werden, um die hohen Gewinnspannen von Apple zu wahren. Auch die Umstellung auf den 2-nm-Prozess von TSMC für den iPhone 18-Chip wird den Kostendruck erhöhen.
Über das iPhone hinaus zeigten die anderen Geschäftssegmente von Apple gemischte Ergebnisse. Die Dienstleistungssparte erfüllte die Erwartungen, erzielte einen Umsatz von 30 Milliarden US-Dollar und festigte ihre Position als zweitgrößte Einnahmequelle. Die Mac-Verkäufe gingen zurück, was angesichts der begrenzten Neuveröffentlichungen im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten war, es wird jedoch mit einer Erholung gerechnet, da eine Reihe von M5-Geräten in Sicht sind. Das iPad-Geschäft verzeichnete dank der Feiertagsverkäufe einen überraschenden Anstieg, während die Kategorie der Wearables einen Rückgang verzeichnete, was Apple auf Einschränkungen in der Lieferkette für die neuen AirPods Pro 3 zurückführte.

Vor dem Hintergrund seines Hardware-Erfolgs beschleunigt Apple in aller Stille seine KI-Strategie. Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen bestätigte Tim Cook eine Partnerschaft mit Google zur Verbesserung von Siri und erwähnte die Entwicklung von Apple Foundation Models, die auf dem Gerät und in der privaten Cloud von Apple laufen werden, um Datenschutzstandards einzuhalten. Kurz vor dem Bericht wurde bekannt, dass Apple Q.ai, ein israelisches KI-Startup, übernommen hat – die größte Übernahme seit Beats. Dieser Schritt wird als strategische Investition angesehen, um die Benutzerinteraktion für zukünftige Produkte zu verbessern, möglicherweise einschließlich Datenbrillen und einem fortschrittlicheren Siri, um sicherzustellen, dass Apple für die nächste Ära des Computers gut aufgestellt ist.
