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Der Smartphone-Tele-Krieg: Kontinuierlicher Zoom vs. Dual-View vs. Dual 200MP

Kontinuierlicher optischer Zoom und Dual-View-Periskop: Was ist der Standard?

Schauen wir uns zunächst das kürzlich erschienene Xiaomi 17 Ultra an. Sein größtes Upgrade ist ein stufenloses optisches Zoomobjektiv, das einen Bereich von 3,2x bis 4,3x unterstützt. Die Leica-Edition verfügt sogar über einen manuellen Zoomring am Kameramodul, der gedreht werden kann, um den Zoom anzupassen, oder individuell angepasst werden kann, um Belichtung oder Fokus zu steuern. Die erste Reaktion vieler Menschen darauf ist: Kann ein bloßer Zoombereich von 70–100 mm wirklich als Innovation angesehen werden?


 

Wenn Sie jedoch ein Smartphone über einen längeren Zeitraum wie eine herkömmliche Kamera verwenden, werden Sie verstehen, dass diese scheinbar kurze Reichweite tatsächlich die am häufigsten genutzte und technisch anspruchsvollste ist. Bisher war das Zoomen mit dem Smartphone eher ein Gangwechsel mit Optionen wie 3x, 5x und 10x. Nur bei diesen voreingestellten Vergrößerungen konnten Nutzer eine gute Bildqualität erzielen. Wenn Sie beispielsweise von 3x auf 3,6x wechseln, würde dies zu einem merklichen Qualitätsabfall und einem stärkeren Rauschen führen, sodass Sie gezwungen wären, entweder einen Schritt zurückzutreten und das Bild neu zu komponieren oder zuzuschneiden, was entweder auf Kosten der Komposition oder der Qualität gehen würde. Hier liegt die Bedeutung des stufenlosen optischen Zooms des Xiaomi 17 Ultra: Es geht nicht darum, weiter zu zoomen, sondern darum, die Komposition innerhalb hochfrequenter Brennweiten steuerbar zu machen. Jede Anpassung, die Sie vornehmen, ist eine Änderung der optischen Brennweite und kein Algorithmus, der einen Screenshot vergrößert – ein Unterschied, der bei der Verwendung sofort sichtbar wird.


 

Auch die Kompromisse des Xiaomi-Ansatzes liegen auf der Hand: Der kontinuierliche optische Zoom erfordert einen komplexeren Mechanismus und eine strengere Kalibrierung, sodass es schwierig ist, den Zoombereich deutlich zu erweitern. Um eine 3-7-fache Reichweite zu erreichen, müsste das Kameramodul etwa dreimal dicker sein, was kein Benutzer akzeptieren würde. Dies führt auch zu schwächeren Extrem-Tele-Funktionen und einer längeren Mindestfokussierungsentfernung für Tele-Makroaufnahmen. Allerdings sind dies keine Mängel, sondern eine neue strategische Entscheidung: Xiaomi glaubt, dass der Telebereich, den Benutzer wirklich brauchen, für Bildausschnitte zwischen 3x und 5x reicht und nicht für ein 20x-Teleskop.


 

Nachdem wir über Xiaomi gesprochen haben, müssen wir die Dual-View-Periskop-Technologie des Huawei Pura 80 Ultra erwähnen. Das Ziel ist ein anderes und konzentriert sich darauf, das Teleobjektiv robust, stabil und zuverlässig zu machen. Der Kern der Lösung von Huawei lässt sich wie folgt zusammenfassen: „ein Sensor, zwei Periskoplinsengruppen und ein bewegliches Prisma zum Umschalten des Lichtwegs“, was zwei optische Brennweiten bei 3,7x und 9,4x (entspricht 83 mm und 212 mm) bietet. Diese Struktur ist bemerkenswert, weil sie genau einen großen Schwachpunkt der Smartphone-Telefotografie angeht: Sie schafft eine hohe Basis für Teledetails. Bei Konzertaufnahmen ist die Frustration oft nicht die unzureichende Vergrößerung, sondern die Tatsache, dass das Bild selbst im vergrößerten Zustand unbrauchbar ist. Der Ansatz von Huawei ähnelt eher einer herkömmlichen Kamera: Anstatt auf Glätte über den gesamten Bereich zu achten, werden zwei wichtige Teleeinstellungen perfektioniert. Es nutzt die 3,7-fache Brennweite für Hochfrequenzszenarien wie Porträts, Ausstellungen und Reisen und die 9,4-fache für extreme Szenen, die echte Langstreckenfähigkeiten erfordern, wie Bühnennahaufnahmen und entfernte Details.


Wenn der Innenraum knapp wird, suchen Hersteller nach einem „zweiten Standbein“

 

Wie wir analysiert haben, erweitert Xiaomi den mittleren Telebereich durch stufenlosen Zoom, während Huawei mit seinem Dual-View-System eine stärkere Fernsteuerung erreicht. Beides sind Innovationen, die auf die gängigsten Aufnahmeszenarien der Benutzer abzielen. Mittlerweile haben OPPO und vivo einen anderen Weg gewählt: Sie durchbrechen die physischen Grenzen der Smartphone-Bildgebung mit leistungsstärkeren Hardwarekonfigurationen und externen Objektivverlängerungen. Beide setzen auf zwei 200-MP-Sensoren, um die Auflösung, Detailgenauigkeit und Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen des Teleobjektivs zu verbessern. Trotz ihres ähnlichen Hardware-Stackings unterscheiden sie sich jedoch erheblich in der Art und Weise, wie sie mit der Brennweitenabdeckung und -konsistenz umgehen.


 

Leaks zufolge wird das OPPO Find X9 Ultra höchstwahrscheinlich über ein duales 200-MP-Setup verfügen. Die Herausforderung beim Hardware-Stacking besteht darin, die Dicke und das Gewicht des Telefons auszubalancieren. Die Lösung von OPPO besteht darin, neben der Stacking-Hardware auch die Sensorgröße und die Lichtaufnahme zu erhöhen. Dies verbessert nicht nur die Bildqualität bei einer bestimmten Brennweite, sondern verbessert auch die Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen mit besserer Detailgenauigkeit, weniger Rauschen und einem größeren Dynamikbereich. Auch Vivo verfolgt den Hardware-Stacking-Weg, wobei das X300 Ultra angeblich über eine ähnliche duale 200-MP-Haupt- und Telekonfiguration verfügt. Der Unterschied besteht darin, dass vivo sich mehr auf das Erreichen einer „Konsistenz zwischen den Brennweiten“ konzentriert und externe Objektive verwendet, um seine Telefähigkeiten weiter zu erweitern. Das duale 200-MP-Design des Vivo soll einen reibungslosen Übergang zwischen den Brennweiten gewährleisten und den störenden Qualitätsabfall vermeiden, der bei manchen Geräten beim Wechsel von 3x auf 10x auftritt.

 


Xiaomi und Huawei sind nicht „korrekter“, sondern gehen nur unterschiedliche Wege

 

Wie sieht also die zukünftige Richtung für Smartphone-Teleobjektive aus? Dies ist keine Single-Choice-Frage, sondern eine mit mehreren Antworten. Xiaomis stufenloser Zoom setzt auf ein „kameraähnliches Erlebnis für hochfrequente Brennweiten“ und verwandelt den 3x-5x-Bereich von festen „Getrieben“ zurück in ein „Objektiv“. Das Dual-View-System von Huawei setzt auf „Sicherheit für kritische Fernaufnahmen“ und erhöht die Qualität für entfernte Details. Unterdessen signalisieren OPPOs und vivos Hardware-Stacking und externes Zubehör, dass, sobald der Innenraum ausgeschöpft ist, die Tele-Entwicklung entweder die Hardware aggressiver vorantreiben oder einige optische Fähigkeiten auf modulare Komponenten verlagern muss. Beim Teleobjektiv geht es letztendlich nicht darum, wer am weitesten zoomen kann, sondern darum, wer ein Objektiv herstellen kann, das Sie bereit sind, wiederholt und sicher zu verwenden. Der Gewinner wird derjenige sein, der das Zögern beim Zoomen zwischen 3x und 10x minimiert, störende Übergänge eliminiert und konsistente Ergebnisse gewährleistet. Wenn das geschieht, wird die Debatte über Technologierouten endlich eine Antwort haben.

 

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