DRAM-Markt im Chaos: Warum ist älterer DDR4-Speicher jetzt teurer als DDR5?
Während das Jahr 2025 in die Endphase geht, sendet der DRAM-Markt (Dynamic Random-Access Memory) eine komplexe Mischung von Signalen. Laut einem Bericht von Digitimes haben sich die DDR4-Spotpreise nach einem Preisrausch im zweiten Quartal stabilisiert. Aufgrund des knappen Angebots steigen ihre Vertragspreise jedoch weiter. Dieser Markttrend stellt PC-Hersteller vor eine große Herausforderung: Ältere DDR4-Speicherkits sind mittlerweile teurer als die neueren, schnelleren DDR5-Alternativen.

Von Digitimes zusammengestellte Branchendaten zum DRAM-Spotmarkt zeigen, dass der Preis für DDR4-Produkte mit 16 GB (2Gx8) im August im Vergleich zum Vormonat um fast 7 % auf 9,17 US-Dollar pro Chip gestiegen ist, nachdem er im Juli gesunken war. Im krassen Gegensatz dazu sank der Preis für DDR5-Produkte mit 16 GB (2Gx8) um 3 % auf 5,99 US-Dollar, wodurch sich der Preisunterschied zwischen den beiden Generationen auf fast 50 % vergrößerte. Unterdessen setzte der Preis für DDR4 8 GB (1Gx8) seinen Abwärtstrend fort, während ältere DDR3 512 MBx8-Produkte einen weiteren deutlichen Preisanstieg verzeichneten und im August um 13 % stiegen, nachdem er im Juli um 20 % gestiegen war. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Samsung die DDR3-Produktion im Jahr 2024 einstellt und die Kapazität taiwanesischer Hersteller begrenzt ist, was zu Panikkäufen führt.

Ältere Hardware stößt auf eine „KI-Steuer“
Oberflächlich betrachtet scheint es sich lediglich um einen Versorgungsmangel zu handeln. Eine genauere Analyse zeigt jedoch, dass führende Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron die DDR4-Produktion schrittweise zurückfahren. Sie verlagern ihre Produktionslinien auf die Herstellung von DDR5 und High-Bandwidth Memory (HBM), die beide den schnell wachsenden Markt für KI-Beschleuniger bedienen. Dieser strategische Wandel zwingt DDR4-Benutzer dazu, für eine künstlich geschaffene Knappheit zu zahlen. Der Preisanstieg für DDR4 ist eher eine Folge dieser bewussten Angebotsverknappung als eines plötzlichen Nachfrageschubs.
Die großen Gießereien verlagern ihren Fokus auf HBM, das viel höhere Gewinnspannen bietet, da es in GPUs und KI-Inferenzanwendungen eingesetzt wird. Jeder Wafer, der für die Herstellung eines NVIDIA H100- oder AMD Instinct-Beschleunigers vorgesehen ist, entzieht DDR4 Kapazität. Diese absichtliche Umverteilung der Produktion führt zu einer Verknappung des DDR4-Angebots und zwingt Systemhersteller und Händler dazu, den verbleibenden Bestand zu horten, was die Preise weiter in die Höhe treibt. Letztendlich hat dies zu einer Marktumkehr geführt, bei der DDR4, obwohl es sich um eine ältere und langsamere Technologie handelt, jetzt teurer als DDR5 ist. Tatsächlich zahlen Mainstream-PC-Hersteller eine „KI-Steuer“, da Speicherhersteller den maximalen Gewinn aus der älteren Technologie ziehen, bevor sie sie vollständig einstellen.
Die Vertragspreise werden weiter steigen
Obwohl der Spotmarkt Anzeichen von Ermüdung zeigt, gehen Analysten davon aus, dass die Preise für DDR4-Verträge ihren Aufwärtstrend bis zum Jahresende beibehalten werden. Der Digitimes-Bericht stellt außerdem fest, dass Adata Technology für September eine Erholung der DDR4-Nachfrage prognostiziert, sobald die aktuellen Lagerbestände aufgebraucht sind. Gleichzeitig wird erwartet, dass die NAND-Flash-Preise aufgrund der vorsichtigen Produktionsausweitung der Hersteller stabil bleiben.
Dies bedeutet, dass Käufer von DDR4 kurzfristig keine Preissenkung erleben werden. Die begrenzte Waferkapazität, die DDR4 zugewiesen ist, wird bis ins vierte Quartal hohe Vertragspreise unterstützen. Für Benutzer, die noch ältere Plattformen wie AMDs AM4 oder Intels 12./13. Generation verwenden, könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, DDR4 zu kaufen, wenn ein Kapazitätsupgrade dringend erforderlich ist. Für diejenigen, die neue Systeme bauen, bietet DDR5 jedoch ein überlegenes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist auf dem besten Weg, in Zukunft die einzige Mainstream-Speicherplattform zu werden.