Omdia-Bericht: Steigende Speicherkosten führen zu einem Einbruch von 22 % im Smartphone-Markt unter 400 US-Dollar
Laut der neuesten von Omdia veröffentlichten Studie steht der globale Smartphone-Markt vor einer erheblichen Verschiebung, die durch den starken und anhaltenden Anstieg der DRAM- und NAND-Preise verursacht wird. Dieser Anstieg der Speicherkosten ist zu einer entscheidenden Herausforderung für Hersteller geworden, insbesondere im unteren bis mittleren Preissegment, und wird voraussichtlich zu einem Rückgang von über 22 % im Vergleich zum Vorjahr auf dem Smartphone-Markt unter 400 US-Dollar führen.

Die Auswirkungen auf die Produktionskosten sind erheblich. Bei Smartphones mit einem Preis unter 400 US-Dollar hat sich der Anteil der Speicherkosten an der gesamten Stückliste (BOM) im ersten Quartal 2026 nahezu verdoppelt. Auch bei Modellen mit einem Preis über 400 US-Dollar ist dieser Anteil um mehr als 100 % gestiegen. Dieser Trend beeinträchtigt die Rentabilität preisgünstiger Geräte erheblich und zwingt die Hersteller, ihre Marktstrategien zu überdenken.
Für die äußerst preissensiblen Verbraucher im Low-End-Markt dürfte jede Erhöhung der Produktpreise zu einem erheblichen Nachfragerückgang führen. Da die Speicherpreise in den kommenden Quartalen voraussichtlich weiter steigen werden, haben viele Smartphone-Hersteller bereits damit begonnen, ihre Präsenz im Low-End-Segment proaktiv und schrittweise zu reduzieren, um das Risiko einer rückläufigen Nachfrage und schrumpfender Margen zu mindern.
Omdias jüngste Prognose vom Mai prognostiziert für 2026 einen Rückgang der gesamten weltweiten Smartphone-Lieferungen um 12 % gegenüber dem Vorjahr, was vor allem auf den starken Rückgang im Segment unter 400 US-Dollar zurückzuführen ist. Konkret wird erwartet, dass die Auslieferungen von Modellen dieser Preisklasse im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 22 % zurückgehen werden.
Im krassen Gegensatz dazu zeigt der Premium-Smartphone-Markt (über 400 US-Dollar) eine starke Widerstandsfähigkeit, wobei die Auslieferungen im Jahr 2026 voraussichtlich um 5,7 % wachsen werden. Dieses Wachstum wird durch mehrere Faktoren vorangetrieben: Hersteller beschleunigen den Übergang zu Modellen der mittleren bis oberen Preisklasse, steigende Einzelhandelspreise drücken mehr Geräte in die Kategorie über 400 US-Dollar und High-End-Konsumenten zeigen eine geringere Preissensibilität.
Um den steigenden Speicherkosten entgegenzuwirken, verfolgen Hersteller von Premium-Smartphones, insbesondere solchen über 600 US-Dollar, clevere Kostenoptimierungsstrategien für andere Schlüsselkomponenten. Da Komponenten wie SoC, Display und Kameramodule einen größeren Anteil der Stückliste in High-End-Geräten ausmachen, gibt es mehr Spielraum für Anpassungen. Zu den wichtigsten Strategien gehören:
- Anzeigetafeln: Einige chinesische Smartphone-Hersteller greifen in bestimmten High-End-Modellen auf LTPS-OLED-Panels des fortschrittlicheren LTPO-OLED zurück und reservieren die LTPO-Technologie nur für Flaggschiffprodukte. Durch diesen Schritt können etwa 3 bis 5 US-Dollar pro Gerät eingespart werden.
- Kameramodule: Hersteller nutzen flexiblere Bildgebungskonfigurationen basierend auf der Produktpositionierung, z. B. durch den Einsatz kleinerer Bildsensoren oder die Reduzierung der Anzahl der Kameras, um die Gesamtkosten zu senken.
- System-on-Chip (SoC): Bei Smartphones mit Preisen über 600 US-Dollar, bei denen der SoC die teuerste Komponente ist, verlängern Unternehmen den Lebenszyklus von Plattformen der vorherigen Generation. Durch die Verlangsamung des Chip-Upgrade-Zyklus können die Kosten im Vergleich zur Verwendung der neuesten Plattform um 30 bis 40 % gesenkt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die steigenden Speicherkosten die globale Smartphone-Landschaft grundlegend verändern. Es führt zu einer deutlichen Polarisierung im Markt, erzwingt einen strategischen Rückzug aus dem Budget-Segment und treibt gleichzeitig innovative Kostenmanagementlösungen im robusten und wachsenden Premium-Sektor voran. Dieser Trend dürfte anhalten, solange die Speicherpreise weiter steigen.