Google verliert 100 Milliarden US-Dollar durch seinen KI-Chatbot „Bard“

Am Mittwoch stellte Google eine umfassende Überarbeitung seiner weit verbreiteten Suchmaschine vor, die sich derzeit in der Entwicklung befindet. Der Blogbeitrag des Unternehmens beschrieb es als „einen wichtigen nächsten Schritt in der künstlichen Intelligenz“. Einen Tag zuvor hatte Konkurrent Microsoft der Welt gezeigt, wie sich sein beliebtes ChatGPT-Programm in seine Suchmaschine Bing integriert. Google, das seit Jahren Fortschritte in der künstlichen Intelligenz macht, könnte auf dem Laufenden bleiben.
Diese Woche stellte Google schnell seinen neuen KI-Chatbot Bard vor und veröffentlichte ein Werbevideo, in dem er vorgestellt wurde. In dem Video wurde Bard gefragt: „Was sollte ein 9-jähriges Kind über die jüngste Entdeckung des James Webb Space Telescope (JWST) lernen?“
Das KI-System schlägt drei Optionen vor, aber eine ist falsch: die Vorstellung, dass das James-Webb-Teleskop das erste Bild eines Exoplaneten aufnehmen würde. Dies ist jedoch falsch, da das erste Exoplanetenbild im Jahr 2004 aufgenommen wurde, wie Astrophysiker schnell auf Twitter betonten.

Ähnlich wie ChatGPT neigt Bard dazu, Informationen zu fabrizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Google in seinen Werbematerialien einen Fehler gemacht hat und andeutete, dass die Einführung von Bard übereilt und schlecht geplant gewesen sei. Dies erweckt den Eindruck, dass Google zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte in der Defensive ist.
Die Nachricht vom Scheitern von Google verbreitete sich an der amerikanischen Börse und löste bei der Muttergesellschaft Unruhe aus Der Kurs von Alphabet fiel am Mittwoch um 7,7 % und verlor 100 Milliarden US-Dollar von seinem Marktwert ab, nachdem die ungenaue Antwort von Bard erstmals von Reuters gemeldet wurde.
Als Reaktion darauf gab Google eine Erklärung heraus, in der es hieß, dass man kontinuierlich daran arbeite, das System zu verbessern und hohe Qualitätsstandards einzuhalten.
Irreführung oder Fehlinformation
Der Fehler von Google machte ein erhebliches Problem der künstlichen Intelligenz deutlich: Sie stützt sich nicht nur auf bewiesene Fakten, sondern auch auf große Mengen vorhandener Texte, die nicht unbedingt korrekt sind. Diese Texte können Fehler, Irrtümer oder Fehlinformationen enthalten, aber die KI nutzt sie, um Muster zu erkennen. Dadurch können KI-Systeme leicht durch ungenaue oder falsche Informationen beeinflusst werden.
Antworten von Chatbots wie ChatGPT oder Bard auf Fragen und Aufgaben können manchmal ungenau sein. Der Astrophysiker, der den Fehler von Google entdeckte, kommentierte auf Twitter, dass diese Programme zwar „unheimlich beeindruckend“ seien, aber dazu neigten, „mit Zuversicht falsch zu liegen“.
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